Konzept
       

Zuggurt / Anschraubgewichte
       

Transport
Hauptspiegelzelle   Schutzhülle   Kenndaten / Gewichte
Hut und Blendensystem   Rasenbasis   Zeichnungen / Hauptabmessungen
Filterschwenker   Geteilte Gitterrohre   Preise und Lieferzeiten
Gitterrohre   Adaption Sucher  
Höhenräder   Adaption Encoder, DSC und GoTo     
Wiege   Astrofotografie    
Schwingungen und Nachführung   Tragetasche    

 

Konzept

Eine große Optik, die einfache Bedienung und Transportabilität – das sind die wesentlichen Kennzeichen von Dobson-Teleskopen. So erschließt sich dem visuellen Beobachter der Vorteil großer Öffnung, möglichst noch an einem abgelegenen Ort um den Lichtern der Zivilisation zu entkommen. Kein anderes Design bietet einen unmittelbareren Zugang zu den Sternen und zur Natur.

Am häufigsten finden sich unter den kommerziellen Angeboten einfach aufgebaute Mechaniken, oft bestückt mit Optiken aus Massenproduktion. Diese Geräte haben ihre Berechtigung, bieten sie doch ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis und viele Sternfreunde verdanken ihnen den einfachen Zugang zur Deepsky-Beobachtung.
Aber es muss nicht beim simplen lichtsammeln bleiben, es ist auch wesentlich mehr möglich. Weiterer Komfort und bestmögliche Funktionalität tragen bedeutend dazu bei, das Beobachtungserlebnis zu erhöhen. Ein modernes Dobson-Teleskop kann heute längst viel mehr sein, als das, was viele lange in diesen Geräten sahen, als sie diese Geräte nicht gerade liebevoll „Lichteimer“ nannten.

Die klassischen Dobson-Teleskope, etwa nach dem Buch The Dobsonian Telescope von Kriege und Berry, waren recht stabil gebaut. Das Prinzip Dämpfung durch schiere Masse funktionierte gut. Doch diese Bauform erkaufte man sich durch einen erschwerten Transport und Aufbau. Mit größer werdendem Optikdurchmesser wurde das Gewicht derart hoch, dass sich in den letzten 15-20 Jahren vor allem die Amateure und später auch kommerzielle Hersteller immer Neues einfallen ließen, ihre Geräte leichter und kompakter zu konstruieren. Also war es nur logisch, dass während der Evolution des Dobson-Konzeptes vieles unternommen wurde, um möglichst viel Öffnung bei möglichst geringem Gewicht unter den Sternenhimmel zu transportieren. So wurden die Konstruktionen immer leichter, bis hin zu den Ultraleicht-Dobsons, welche sogar fluggepäcktauglich sind. Viele dieser Konstruktionen sind leicht und praktisch. Bei vielen wurde aber auch deutlich, dass Schwingungsarmut und Justagestabilität bei abnehmendem Gewicht immer weiter litten. Nicht wenige Sternfreunde verbinden heute deswegen mit „Ultraleicht“ eben auch „nicht besonders stabil“.

Möchte man in den Genuss eines robusten, funktionalen und gleichzeitig maximal leichten Teleskops kommen, so wird die Wahl der Materialien und eine geschickte Konstruktion immer bedeutender. Unzulänglichkeiten der Optik oder der Mechanik verderben schnell das Beobachtungserlebnis, denn der Beobachter möchte sich nicht auf den Kampf mit dem Teleskop, sondern auf den packenden Anblick im Okular konzentrieren! Deswegen ist das beste Teleskop jenes, welches man bei der Beobachtung fast vergisst und welches beim Auf- und Abbau keine übermäßige Last darstellt.

Der Beobachter soll Freude an der Bedienung haben und sich ganz auf die Beobachtung konzentrieren können. Das Teleskop soll einfach Spaß machen! Diese Idee leitete die Konstruktion jeden Details der mirrage-Dobsons. So entstand ein auf die Bedürfnisse des Beobachters abgestimmtes Gerät abseits des Massenmarktes, entwickelt aus eigener langjähriger Erfahrung im Bau und Umgang mit Dobson-Teleskopen.


Hauptspiegelzelle

Die Hauptspiegelzelle bildet eine wesentliche Grundlage dieses Leichtbaukonzepts. Denn erst durch eine moderne Ausführung wird es möglich, wirklich dünne, schnell auskühlende Spiegel zu lagern, ohne dass die hohe Qualität der optischen Fläche durch äußere Kräfte negativ beeinflusst wird.

Die 18 Punkte, auf denen der Hauptspiegel gelagert wird, sind in ihrer Auflagefläche definiert und reibungsarm. So unterstützen sie den Spiegel an den Punkten, die per Finite-Elemente-Analyse als optimal errechnet wurden. Relativbewegungen zwischen Glaskörper und Auflagepunkten sind durch die geringe Reibung möglich, ohne dass Verbiegungen durch Haltemomente entstehen.
Allzu oft sieht man große Korkplättchen als Auflageflächen. Neben dem Umstand, dass Kork einen Reibwert wie eine Bremsbacke hat, ist hier nicht sichergestellt, dass die Last des Glaskörpers wirklich in dem Punkt in die Tragkonstruktion eingeleitet wird, den die FEA als ideal vorgibt – das Auflageverhalten über die große Fläche des Korkplättchens ist undefiniert.

Die Dreiecke und Wippen sind so leicht wie sinnvoll konstruiert. Nicht, um das Gesamtgewicht des Teleskops zu drücken, sondern, um die Momentenwirkung der Massen um den Drehpunkt der Wippen möglichst gering zu halten. Ansonsten würden bei zunehmender Zenitdistanz immer größer werdende Momente unerwünschte Kräfte in den Glaskörper einleiten, die zu Verformungen der Oberfläche führen können. Aus diesem Grund sind auch alle Dreh- und Gelenkpunkte der Hauptspiegelzelle reibungsarm ausgeführt.

Das Herz der Hauptspiegelzelle bildet die neue Laterallagerung. Klassische Lagerungen durch eine Schlinge (ganz schlecht bei dünnen Spiegeln) oder durch Lagerungen durch zum Beispiel Wälzlager, die den Spiegel an dessen Umfangsfläche unterstützen stoßen bei immer dünner werdenden Optiken an ihre Grenzen. Astigmatismus aufgrund des Potato-Chip-Effekts, einem Absacken des Spiegels, ist die Folge. Aufgrund der Vielzahl interferometrischer Messungen, die ich durchgeführt habe, ist mir dieses Phänomen gut bekannt. Je nach Gewissenhaftigkeit der Justage der Auflagepunkte wäre bei einem Spiegel mit einem Durchmesser-Stärke-Verhältnis von 20:1 in vertikaler Stellung eine Strehlminderung von 15-40% zu erwarten. Selbst bei idealer Lagerung in der Schwerlinie haben die klassischen Lagerungen also einen deutlichen negativen Einfluss auf die Form der optischen Fläche. In der Praxis, also im Teleskop, muss davon ausgegangen werden, dass der Einfluss nochmals stärker ausfallen kann. Denn wer optimiert seine Laterallagerung wirklich mit Hilfe eines Interferometers? Selbst Abweichungen von wenigen 1/10 Millimetern zu weit nach Vorne oder nach Hinten positioniert degradieren den hochpräzisen Spiegel abseits des Zenit bis weit unter die Beugungsgrenze.

Aus diesem Grund findet in den mirrage-Dobsons erstmals eine Zentrallagerung Einzug, die den Potato-Chip-Effekt wesentlich effektiver als die bekannten Lösungen unterbindet. In einer rückseitigen Sacklochbohrung hält ein Bolzen aus einem Hochleistungs-Kunststoff den Spiegel exakt in dessen Schwerelinie. Die Nachteile anderer Zentrallagerungen werden hierbei umgangen. Der Spiegel ist nicht bis zur Oberfläche durchbohrt, so dass die Justage per Laser nach wie vor wie gewohnt möglich ist. Da der Bolzen nicht mit dem Spiegel verklebt ist, ist die volle Lasteinleitung exakt in der Schwerlinie garantiert.

Die Zentrallagerung  ist derart ausgeführt, dass sich der Spiegel einerseits frei bewegen kann, anderseits ist durch ein Aufspreizen des Bolzen in einen Hintersprung in der Sacklochbohrung sicher gestellt, dass der Spiegel nicht versehentlich aus der Zelle herausfallen kann. Damit wird als weiterer positiver Nebeneffekt erreicht, dass auf seitliche Halteklammern verzichtet werden kann. Zum Ausbauen des Spiegels aus seiner Zelle muss lediglich eine rückseitige Schraube gelöst werden, dann kann der Spiegel nach Oben heraus gehoben werden, ohne dass ihn die Zentrallagerung daran hindert.

Wie effektiv die Zentrallagerung funktioniert, kann man am Beispiel eines im Teleskop interferometrisch vermessenen Spiegel mit einem Durchmesser-Stärke-Verhältnis von 18:1 erkennen:

Die interferometrische Auswertung dieses Spiegels nach der Fertigstellung bescheinigt eine hohe optische Güte, der Strehlwert wurde zu 0,98 ermittelt. Diese Messung wurde derart ausgeführt, dass sich Teststandverbiegungen durch Messungen in mehreren Positionen zuverlässig heraus mitteln (siehe Messverfahren).

Derselbe Spiegel im Teleskop eingebaut und durch die Zentrallagerung vertikal gehalten.

Die Auswertung von 12 Interferogrammen in nur dieser einen Position verrät, dass der Strehl auf 0,95 gesunken ist – ein in der Praxis praktisch nicht sichtbarer Abfall!

Zum Nachweis der Reproduzierbarkeit wurde vor der zweiten Auswertung das Teleskop senkrecht gestellt und dann wieder in Horizontstellung bewegt. Das Ergebnis: wieder Strehl 0,95.

Damit konnte nachgewiesen werden, dass diese Form der lateralen Lagerung selbst bei sehr dünnen Optiken einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Abbildungsleistung hat. Derart gelagert werden Optiken praxistauglich, die besonders leicht sind und maximal schnell auskühlen. Das optimale Auskühlverhalten ermöglicht, das volle Potential der Optik überhaupt erst ausschöpfen zu können, ohne dass Turbulenzen, hervorgerufen durch langsam aufsteigende Warmluftschlieren, das Bild stundenlang degradieren.

 Die Justage des Hauptspiegels erfolgt durch zwei Stellschrauben von Oben. Die dritte Stellschraube ist unnötig und wurde durch eine Gelenklagerung der Zelle an der Basisplatte ersetzt. Die Stabilität der Justage ist bei dieser Ausführung in bester Weise gewährleistet.


Zur Standardausstattung zählt ein Schutzdeckel aus CfK, welcher beim Aufbau und Transport den Hauptspiegel schützt. Zu Beginn der Beobachtung lässt sich der Deckel wie bei einem Bajonettverschluss durch eine leichte Drehung vom Grundkörper entfernen.


Hut und Blendensystem


Besonders beim Hut zahlt sich eine Gewichtseinsparung aus. Jedes Gramm unnötiges Gewicht an dieser Stelle führt dazu, das größere (=schwerere) Gitterrohre die Masse in Zaum halten müssen und stabilere Unterkonstruktionen wiederrum mehr Masse am langen Hebel zu ertragen haben. Dabei kann durch moderne Materialien und eine geeignete Konstruktion mehr als 50% der Masse üblicher Ausführungen eingespart werden. Die Kette aller tragenden Komponenten, welche unter Umständen überdimensioniert werden müssen, hat ihren Ursprung beim Hut. Und so vervielfacht sich letztlich das Einsparpotential am gesamten Teleskop.


Beim mirrage-Dobson kommen zwei Ringe (unten Aluminium, oben CfK) zum Einsatz, zwischen denen Distanzstücke gleich mehrere Aufgaben übernehmen. Sie dienen als Aufnahmepunkte für die Gitterrohre und an ihnen wird die Fangspiegel-Spinne befestigt. Außerdem finden Hutblende und OAZ-Grundbrett hier ihre Anbindungspunkte an den Hut.


Die Spinne aus dünnem CfK (bis zu 535mm Öffnung kommt lediglich 0,8mm starkes Material zum Einsatz) ist exzentrisch angeordnet und kann so schon durch ein leichtes Verspannen durch die Verschraubung am Hut absolut drehsteif eingestellt werden. So sind Schwingungen oder eine Dejustage des optischen Systems praktisch ausgeschlossen. Eine Doppelspinne bietet hier keine nennenswerten Vorteile, sie ist nicht doppelt so stabil, sie hat lediglich doppeltes Material verbaut.

Die Halterung des Fangspiegels gewährleistet eine stabile Lagerung bei gleichzeitig geringem Gewicht. Die ursprüngliche Ausführung wurde mittlerweile durch eine nochmals verbesserte Version ersetzt, welche trotz ihres geringen Gewichts in der Lage ist, auch große Fangspiegel sicher und über lange Zeit justagestabil in Position zu halten. Der für visuelle Beobachtung optimierte Fangspiegel ist mit Silikon spannungsfrei verklebt und über zwei Stellschrauben justierbar. Als Fangspiegel-Heizung kommt ein auf die jeweilige Masse des Glaskörpers abgestimmter Widerstandsdraht zum Einsatz. Dieser hat gegenüber den üblichen Festwiderständen den Vorteil, dass der Glaskörper nicht punktuell erhitzt wird, sondern möglichst gleichmäßig über die gesamte Fläche.

Als Standard wird bei der Baugröße 460mm ein 2" Kineoptics HC-2 Helical-Fokussierer verbaut, die Geräte ab 535mm Baugröße sind mit einem FeatherTouch Okularauszug ausgestattet. Aber auch beim 460mm Dobson kann auf Wunsch ebenfalls ein FeatherTouch verbaut werden. Die Adaption eines anderen Okularauszuges als die beiden genannten stellt in der Regel kein Problem dar – sprechen Sie mich einfach darauf an.

Der kleine und leichte Rigel Quickfinder bietet sich besonders bei Leichtbau-Teleskopen als Aufsuchhilfe an. Er ist auf einer separaten Aufnahme befestigt, die entlang des unteren Hutringes in seiner Position verschoben werden kann. Auf diese Weise lässt sich die beste Einblickposition durch den Sucher finden und jederzeit verändern.
Optische Sucher sind nicht als Standard vorgesehen, können aber auf Wunsch ebenfalls adaptiert werden.


Am Hut finden sich drei Blenden, die im Zusammenspiel wirksam Streulicht unterdrücken. Bekannt sind Blenden am Okularauszug und am gegenüber liegenden Gitterrohrpaar. Neu ist jedoch, dass bei den mirrage-Dobsons eine Blende um den Fangspiegel platziert ist. Hierdurch kann die Gegenblende gegenüber dem Okularauszug zwischen 40%-50% kleiner als üblich ausfallen. Dies hat den Vorteil, dass dadurch die Windangriffsfläche erheblich reduziert wird. Da die FS-Blende aus wenigen zehntel Millimeter starkem CfK gefertigt ist und parallel zu den Spinnenarmen steht, ist der Beugungseffekt kaum bemerkbar. Ist maximaler Kontrast, zum Beispiel bei der Planetenbeobachtung, gewünscht, so kann diese Blende binnen Sekunden entfernt und auch wieder befestigt werden. Für Sternfreunde, die aus Prinzip keine Fremdkörper im Strahlengang wissen wollen, ist nach wie vor natürlich auch eine normal große Gegenblende möglich, die Fangspiegel-Blende entfällt dann.


Filterschwenker

Eine Besonderheit des mirrage-Dobson macht ganz sicher der in das OAZ-Brett integrierte Filterschwenker aus. Standardmäßig kann die Schwenkmechanik mit drei 2“ Filtern bestückt werden, optional kann aber auch ein vierter Platz vorgesehen werden. Dieses System ist einzigartig und bietet mehrere Vorteile. Die gesamte Einheit ist sehr leicht und kompakt und die Filter sind gut vor direktem Einfluss von Feuchtigkeit geschützt. Durch einen Schieber lässt sich der Filter komfortabel und binnen kürzester Zeit in den Strahlengang einschwenken. So gewinnt das „blinking“, also der schnelle Wechsel zwischen gefiltertem und ungefiltertem Anblick, eine ganz neue Bedeutung.

Die Filter können durch Entfernen der Rückplatte (durch Rändelschrauben mit dem OAZ-Brett verschraubt) eingeschraubt werden und permanent im geschützten Gehäuse des OAZ-Brettes verbleiben.


Gitterrohre


Mittlerweile darf es in der Amateurszene als Konsens gelten, dass sechs gegenüber acht Rohren, kombiniert zu einem Dreiecksverband, keine Vorteile bietet. Denn neben anderen konstruktiven Hürden müssen sechs Rohre letztlich größer dimensioniert werden, um die gleiche Stabilität wie die klassische Lösung mit acht Rohren zu erzielen.
Verwendet man leichte CfK-Rohre, so macht es wenig Sinn, hier Gewicht sparen zu wollen. Stattdessen ist es sogar sinnvoller, diese Rohre mit einem größeren Querschnitt auszulegen, was direkt der Steifigkeit und Justagestabilität des gesamten Teleskopes zuträglich ist. Kurzum: ausgerechnet hier zu sparen, heißt am falschen Ende zu sparen.

Am Hut werden die drei langen Rohrpaare über einen Konus in eine Senkborhung verschraubt. Durch diesen definierten Formschluss bleibt die Justagestabilität auch beim nächsten Aufbau weitgehend erhalten und diese sichere Form einer Verbindung stellt einen Fixpunkt dar, über welchen konstruktiv provozierte Schwingungen oder Justageprobleme ausgeschlossen sind. Das vierte, kurze, Gitterrohrpaar findet sein Ende in Form einer doppelten Verschraubung hinter dem OAZ-Brett und stabilisiert dieses, so dass trotz des minimalistisch gehaltenen Hutrings dennoch eine hohe Stabilität erreichen lässt. Auf diese Weise ist es bei geringstem Gewicht dennoch möglich (mit dem FeatherTouch Okularauszug) mehr als 1,5kg am Okularauszug sinnvoll zuzuladen - selbst schwerste 2" Okulare plus Komakorrektor werden auf diese Weise sicher gehalten.

Alle fünf Rändelschrauben, mit denen die Gitterrohre am Hut verschraubt werden sind gegen Herausfallen gesichert und verbleiben dauerhaft am Hut. 

Die Rohre sind über Verbindungselemente am oberen Ende paarweise zusammen gefasst, lassen sich für den Transport parallel stellen und so leicht per Gurt verzurren oder in eine Tansporttasche verpacken.

Bei der unteren Gitterrohr-Klemmung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, es existieren unzählige Varianten und jeder Selberbauer findet seine eigene Lösung. Gleichzeitig sind hier die Anforderungen an die Konstruktion besonders hoch, sollen ein einfaches Handling bei sicherem Halt realisiert werden.

Die mittlerweile komplett überarbeitete Gitterrohr-Klemmung beim mirrage-Dobson funktioniert ein wenig nach dem Prinzip Schraubstock. Bei der Konstruktion stand der Wunsch ganz oben auf der Liste, dass der Auf- und Abbau mit lediglich vier Verschraubungen für den Bediener möglichst schnell und komfortabel gestaltet wurde. So werden mit dem Anziehen einer Klemmschraube gleichzeitig zwei Klemmbacken betätigt. Bei der ersten Version der mirrage-Gitterrohrklemmung fand noch eine Kugel in einer Bohrung Platz - mit dem Ergebnis, dass die Gitterrohre im noch nicht geklemmten Zustand nach Innen oder Außen wegkippen konnten - beim Aufbau bedurfte es daher teils akrobatischen Verrenkungen um alle Gitterrohre und den Hut kontrollieren zu können.
Dieser Nachteil ist mit der neuen Version Vergangenheit. Das "geschlitzte" Endstück eines Gitterrohres findet auf einem Edelstahl-Querbolzen seinen definierten Anschlag wodurch sich eine reproduzierbare Grundjustage erzielen lässt. Und da sich nun plane Flächen auch schon ohne Klemmung spielarm aneinander legen ist ein Wegkippen gleich nach dem Einstecken praktisch ausgeschlossen. Zwei bis drei kurze Handgriffe pro Rändelschraube später ist dieser Aufbauschritt auch schon abgeschlossen.


Höhenräder


Durch den großen Durchmesser der Höhenräder lässt sich das Teleskop feinfühlig und gut dosierbar nachführen und selbst bei schwerem okularseitigem Zubehör ist die Balance vergleichsweise gutmütig. Natürlich sind in Puncto Balance bei jeder Dobson-Konstruktion Grenzen gesetzt. Sollten diese Grenzen erreicht werden (zum Beispiel bei Verwendung eines Großfeld-Binos, eventuell noch mit zusätzlichem optischen Sucher am Hut), so kann hier durch mehrere weiter unten beschriebene Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden. Durch diese Maßnahmen (oder im Extremfall Kombination mehrerer Maßnahmen) lässt sich selbst schwerstes visuelles Zubehör nutzen.

Oft werden Höhenräder zu schmal ausgeführt. Für einen guten Stand ist es günstiger, relativ breite Höhenräder zu verwenden. Beim mirrage-Dobson bauen sich die Höhenräder in Form eines Sandwich auf, bestehend aus zwei außen angeordneten Sicheln, welche mit dem das Gleitmaterial aufnehmenden Mittelteil verschraubt und vollflächig verklebt sind. Die Durchmesser von Außenteil und Mittelteil sind derart abgestuft, dass eine Borde entsteht und so eine seitliche Führung gewährleistet ist.

Die Höhenräder werden mittels jeweils drei Schrauben an die Spiegelbox geschraubt. Die Versteifung der überstehenden Sichelteile übernehmen Abstrebungen aus CfK, welche an Spiegelzelle und Höhenrad mit Rändelschrauben befestigt sind und so leicht montiert werden können. Anstatt Höhenräder und Abstrebungen zu montieren und zu demontieren bietet sich an, diese beim Transport wenn möglich an der Spiegelzelle zu belassen und die gesamte Einheit in der Wiege liegend zu transportieren. So ergibt sich ein kompaktes Paket und es sind lediglich noch Gitterrohre und der Hut aufzubauen. Derart transportiert kann ein Aufbau samt Justage in wenigen Minuten stattfinden. 


Wiege

Die Wiege besteht zum größten Teil aus CfK-Plattenmaterial. Die Konstruktion wurde derart ausgeführt, dass sich trotz eines geringes Gewichtes eine hohe Steifigkeit erzielen lies. Außerdem wurde die Wiege maximal flach konstruiert, was wiederrum der Gesamtstabilität zuträglich ist.

An beiden Seiten der Wiege besteht die Möglichkeit, ein Zuggurtsystem (s. optionales Zubehör) zu installieren.

Zur Standardausstattung eines mirrage-Dobson zählt mittlerweile eine einstellbare Bremse, welche als eine von mehreren Maßnahmen entwickelt wurde, um die Balance selbst mit schwerstem Zubehör zu gewährleisten. Die "Bremsscheibe" aus Teflon lässt sich gegen die innere Sichel eines Höhenrades schrauben, welche zwischen Bremsbacke und einem Teflonpad läuft. Durch eine Konterschraube, gut zugänglich auf der Außenseite der Wiege, kann die Bremse in jeder beliebigen Klemmposition komfortabel fixiert werden, so dass diese Klemmstellung dauerhaft über die ganze Beobachtungszeit gehalten wird.

Selbst wenn eigentlich keine Bremskraft benötigt wird, so erfüllt diese Bremse dennoch eine Funktion. Denn durch sie lässt sich das immer vorhandene Seitenspiel minimieren, welches ansonsten dem Höhenrad ermöglichen würde, bei Nachführbewegungen auf dem Teflonpad quer zu verschieben. Für eine saubere Nachführung ergibt sich in diesem Detail noch einmal ein bei Hochvergrößerung spürbares Plus an Nachführgenauigkeit.


Schwingungen und Nachführung

Um von der Stabilität der Konstruktion und dem Nachführverhalten einen Eindruck zu vermitteln, wurde Polaris auf Video aufgenommen. Bei Polaris handelt es sich um einen Doppelstern, die A-Komponente hat eine Helligkeit von 2mag, die Helligkeit des Begleiters beträgt rund 8mag und die beiden Sterne trennen 18 Bogensekunden.

Der Abbildungsmaßstab der folgenden Videos beträgt 0,47“/Pixel, daraus ergibt sich eine Kantenlänge von 6,25x4,7 Bogenminuten. Bei einem Okular mit 65° scheinbarem Gesichtsfeld entspräche der Ausschnitt dem Gesichtsfeld bei 833x Vergrößerung.

Trotz des geringen Gewichtes des Dobsons ist die Steifigkeit so hoch, dass sich das Teleskop auch bei Höchstvergrößerung präzise positionieren lässt. Eine weniger steife Mechanik kann sich durch die Nachführbewegung des Beobachters zunächst wie eine Feder spannen, bevor sich die gespannte Feder ruckartig entlädt und dadurch das Objekt über die Okularmitte hinaus schießt. Ganz besonders bei den hohen Vergrößerungen die ein sehr guter Spiegel erlaubt kann in diesem Detail einer nicht ausreichend präzisen Nachführung eine lästige Beeinträchtigung liegen, welche den Beobachtungsspaß und die Konzentration raubt.

Im zweiten Video wurde mehrmals unterschiedlich stark an den Hutring getippt, um das Ausschwingverhalten zu verdeutlichen. Natürlich handelt es sich dabei nicht um einen streng wissenschaftlichen Test, aber so lässt sich zumindest zeigen, dass auch stärkere Schwingungen binnen kurzer Zeit abklingen. Die Dämpfung der gesamten Konstruktion ist also praxistauglich und besser als bei manchem doppelt so schweren Dobson.


Optional: Zuggurtsystem / Anschraubgewichte

Als eine mögliche Maßnahmen zum Gewichtsausgleich von schwerstem Zubehör lässt sich ein Zuggurtsystem einsetzen. Ein mögliches Szenario ist zum Beispiel der Einsatz eines optischen Suchers am Hut, kombiniert mit einem Bino-Ansatz mit schweren Okularen und einem Glaswegkorrektor. Bei der 460mm Baugröße kann der Einsatz einer Gewichtsausgleich-Maßnahme etwa ab einem Mehrgewicht von ca. 1200g notwendig werden. Auch der Wunsch nach einem längeren Öffnungsverhältnis kann durch die dann ungünstigeren Hebelverhältnisse einen Balanceausgleich erfordern.

Das optionale Zuggurt-System besteht aus einem bis -15°C erprobten Gummizug und mehreren reibungsarm gelagerten Umlenkrollen. Bestehende Lösungen, die dieses Prinzip des Balanceausgleichs nutzen, haben oft den Nachteil, dass eine Art Hysterese auftritt. Das heißt, es gibt einen Totbereich beim Nachführen, in dem das Gerät beim Hochschwenken wieder leicht absackt. Die intuitive Bewegung des Teleskops während der Beobachtung wird so gestört und das Nachführen raubt Konzentration. Aufgrund der reibungsarmen Lagerung der Umlenkrollen existiert dieses Verhalten beim mirrage-System nicht. Ganz im Gegenteil, der Beobachter vergisst, dass ein Zuggurt aktiv die Balance hält, denn während der Beobachtung erscheint er wie nicht vorhanden. Ein zweiter Vorteil dieses Zuggurtsystems ist, dass es nicht dazu neigt, aufgrund einer ungünstigen Kraftangriffsrichtung den OTA nach Vorne aus der Wiege zu ziehen. Dieses Problem konnte dadurch umgangen werden, dass bei stärker werdendem Zug der Kraftvektor immer weiter in die Senkrechte verlagert wird. Auf diese Weise zieht der Gurt das Höhenrad stärker in die Wiege, anstatt aus der Wiege heraus.    

In der Regel reicht ein Gurt an der dem Okularauszug abgewandten Seite aus, um die Balance zu halten (Ausnahme: Bei Einsatz von Encodern). Es kann aber auch ein zweiter Gurt auf der zugewandten Seite eingesetzt werden. Außerdem stehen zwei verschieden starke Gurte zur Verfügung und jeder Gurt lässt sich an der unteren Befestigung zusätzlich in seiner Stärke justieren. Durch diese Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten ist eine ideale Abstimmung auf das vorhandene Equipment möglich. Ist diese Abstimmung ein Mal gefunden, so muss sie danach in aller Regel nicht mehr verändert werden und stellt so später keine Belastung dar. Der Gurt verbleibt während des Transports an der Wiege und das lose Ende in Form einer Schlaufe wird beim Aufbau binnen Sekunden am Höhenrad eingehangen.

Bei Einsatz von Encodern lässt sich noch ein Zuggurtsystem verbauen. Wird zusätzlich noch ein GoTo-System eingesetzt, so ist der Einsatz eines Gurtsystems von der technischen Ausführung des GoTo-Systems abhängig.

Eine andere Maßnahme zum Balanceausgleich bietet sich in Form von Edelstahl-Gewichten, welche sich an das rückwärtige Ende der Hauptspiegelzelle anschrauben lassen. Bis maximal drei dieser Gewichte können rückseitig angebracht werden und auf der Hutseite das Mehrgewicht um bis zu 800g ausgleichen (bei 3x800g Gewichten, das Hebelverhältnis beträgt etwa 1:3). 


Optional: Schutzhülle


Eine Schutzhülle ist sinnvoll, um die Optik vor Taubefall zu schützen, eine ideale Abschirmung von Streulicht zu erreichen und um Körperwärme aus dem Strahlengang zu halten. Beim mirrage-Dobson findet für die Schutzhülle sehr leichter, weitgehend wasserundurchlässiger und strapazierfähiger synthetischer Stoff aus dem Drachensport Verwendung. Jede Hülle wird individuell auf das Teleskop abgestimmt. Die Befestigung am Hut erfolgt durch Klettbänder, am Umfang werden die beiden Enden durch Blitzverschluß-Schnallen zusammen gehalten.


Optional: Rasenbasis

Oft findet man am Beobachtungsplatz keinen festen Untergrund vor. Für diesen Fall wurde die Rasenbasis konstruiert, welche auf weichen Untergründen für einen deutlich stabileren Stand sorgt. Sechs Erdnägel verankern die drei Plattformen im Boden, die Wiege des Teleskops wird unverändert mit ihren drei Standfüßen derart auf die Basis gestellt, dass die Füße zwischen den Köpfen der Erdnägel stehen. So ist sichergestellt, dass die Füße nicht von den Plattformen rutschen können.


Optional: geteilte Gitterrohre

Die Idee des mirrage-Konzeptes ist, dass auch bei den größeren Öffnungen ohne Leiter beobachtet werden kann. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass dadurch die Gitterrohre auch bei größeren Öffnungen nicht bis hin zu astronomisch langem Sperrgut anwachsen. Dennoch kann es unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sein, eine Teilung etwa auf halber Rohrlänge vorzusehen. Bei diesem vermeintlich simplen Detail lässt sich jedoch viel falsch machen, an dieser sensiblen Stelle besteht grundsätzlich die Gefahr, die transportgerechte Teilung mit einer je nach technischer Lösung mehr oder weniger deutlichen Verschlechterung der Stabilität zu erkaufen.

Durch die massive Ausführung in Form einer Überwurfmutter ist für den mirrage-Dobson zwar die stabilstmögliche Lösung einer Teilung vorhanden, die allerbeste Lösung ist hier aber immer noch ein durchgängiges Carbonrohr ohne jegliche Schwächung. Aus diesem Grund rate ich auch bei meiner Lösung dazu, sie nur zu verwirklichen, falls sie zwingend benötigt wird.


Optional: Adaption Sucher

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit der Adaption eines optischen Suchers. Aufgrund der Vielzahl der Möglichkeiten lassen sich Details bei Ihrer Anfrage klären sobald ich Kenntniss vom Ihrem Wunschsucher habe.


Optional: Adaption von Encodern, DSC und GoTo

Bitte beachten Sie, dass die eigentlichen Elektroniken wie Encoder, DSC oder GoTo-Steuerungen von Ihnen zu beziehen und nicht Teil meines Angebotes sind.

Die Mechanik der mirrage-Dobson-Teleskope bietet ideale Voraussetzungen, um mit Encodern oder gar einem ganzen GoTo-System ausgestattet zu werden. Diese erheblichen Erweiterungen der Dobson-Funktionalität bis hin zum fotografisch nutzbaren AltAz-Newton fügen sich derart in die Grundmechanik, dass das Ergebnis nicht wie ein Fremdkörper, sondern "aus einem Guss" erscheint.  

Auf den folgenden Fotos ist die Adaption eines ServoCat jr. GoTo-Systems von StellarCat samt Encodern und einem Nexus-DSC gezeigt. Diese Kombination harmoniert ideal mit der Mechanik des mirrage-Dobson. Es lassen sich auf Wunsch jedoch auch Adaptionen für andere Encoder, DSC und Nachführungen realisieren.

Beide Antriebe finden im Inneren der Wiege Platz wodurch die kompakten Abmessungen der mirrage-Dobsons bestmöglich erhalten bleiben. Durch den aufbauenden Azimut-Encoder ist es jedoch notwendig, dass die Wiege 30mm höher als normal ausfällt, damit der Hauptspiegel frei durchschwenken kann.

Bei der Integration stand auch der Wunsch ganz oben auf der Liste, möglichst viele Kabel in die Basisplatte der Wiege zu verlegen. Sofern die Funktion dies zuließ wurde dieser Punkt auch erfüllt. Zum Einen ergibt sich so natürlich ein hübscherer Anblick. Aber wichtiger schien noch, dass jedes außen verlaufende Kabel oder Steckverbindung potentiell durch Beschädigungen im nächtlichen Betrieb gefährdet ist.Im Inneren der Basis der Wiege findet sich ein großer Hohlraum, in dem einige Laufmeter Kabel Platz finden können. Mehrere passend platzierte Öffnungen erlauben es, die Kabel auf kurzem Weg in das Innere zu führen. Die so geschützten Kabel sind bei Bedarf trotzdem noch über eine große Serviceklappe im Boden der Wiege zugänglich.

Beide Antriebe lassen sich mit wenigen Handgriffen entkoppeln und zuverlässig wieder einkoppeln. Auf diese Weise kann binnen Sekunden zwischen manuellem und angetriebenen Betrieb gewechselt werden.

Ein seitlich an die Wiege anschraubbarer (und optional auch teilbarer) Mast samt kleiner Ablage für zum Beispiel einen Nexus und den Handcontroller des GoTo-Sytems kann ebenfalls realisiert werden. Bei Verwendung eines Nexus wird dieser auf der Ablageplatte durch Pilzköpfe gegen Herunterfallen gesichert. Der gesamte Aufbau lässt sich an der Wiege bis zu 15° in Richtung des Okularauszuges neigen. Auf diese Weise ist der Handcontroller auf kurzem Wege zu erreichen oder auch das Display des DSC direkt aus Okularhöhe abzulesen - Letzteres ist bei einer reinen Encoderlösung vorteilhaft wenn der Dobson händisch mit Hilfe der Encoderanzeige auf ein Ziel positioniert werden soll.  

Der Azimut-Encoder und dessen Kabel sind permanent mit der Wiege verbunden. Das Anbringen des Altitude-Encoders an den Ausleger des Höhenrades und am anderen Ende an die Wiege gestaltet sich beim Auf- und Abbau des Teleskops mittels zweier Magnete denkbar einfach. Das folgende Video verdeutlicht den Aufbau"aufwand".


Astrofotografie mit Dobson-Teleskopen

Völlig neue Möglichkeiten eröffnen sich durch einen großen motorisierten Dobson auch in der Astrofotografie. Selbstverständlich haben parallaktisch montierte Teleskope in ihrer Domäne immer noch Vorteile, ganz besonders bei der Schmalbandfotografie mit den dann nötigen längeren Belichtungszeiten. Doch der Vorsprung wurde in den letzten Jahren vor allem durch die Entwicklung neuer Kameras mit niedrigem Ausleserauschen immer geringer und so lassen sich bei Luminanzaufnahmen auch jetzt schon mit AltAzimutal-Montierungen tiefe Aufnahmen gewinnen, die durch die kurze Belichtungszeit nicht mehr durch Bildfeldrehung beeinträchtigt sind.

Wird der mirrage-Dobson durch ein schnelles Öffnungsverhältnis gezielt für die Astrofotografie ausgelegt, so entsteht eine Foto-Maschine, durch die sich Luminanz-Aufnahmen binnen weniger Sekunden hintergrundlimitiert belichten lassen - unter einem normalen ländlichen Himmel dies ist bei Öffnungsverhältnissen unter f/4 schon in unter 20 Sekunden der Fall. Werden dann viele kurzbelichtete Aufnahmen aufsummiert, so lassen sich erstaunliche Ergebnisse erzielen.

Die folgenden Aufnahmen entstanden mit einem 18" f/4,5 (F=2050mm) mirrage-Dobson, welcher eigentlich für die visuelle Beobachtung gedacht ist. Während zwei Abenden ergaben sich zwischen Prototypen-Tests der ServoCat-Nachführung auch immer wieder kurze Gelegenheiten, Deepsky-Objekte aufzunehmen. Dank der modernen CMOS-Chips (in diesem Fall kam eine ASI1600-MM zum Einsatz) ließen sich auch mit teilweise nur wenigen Minuten langen Gesamtbelichtungszeiten erste Ergebnisse erzielen. Dass sich helle Planetarische Nebel leicht auch mit kurzen Belichtungszeiten abbilden lassen ist kein Geheimnis - dank großer, motorisierter Öffnung, einem schnellem Öffnungsverhältnis und der passenden Kamera vervielfacht sich nun die Anzahl sinnvoller Ziele.

Bei den folgenden Aufnahmen handelt sich lediglich um Schnappschüsse. Die Justage erfolgte nur grob per Laser, es wurde kein Korrektor eingesetzt und alle Aufnahmen entstanden ohne Autoguiding (Letzteres ist z.B. beim ServoCat oder auch beim ServoController II von SiderialTechnologies durchaus möglich). Auf Darks und Flats wurde ebenfalls verzichtet. Von einem ersthaften Ansatz konnte daher keine Rede sein. Trotz all dieser Limitationen lässt sich das Potential eines großen AltAz-Teleskops für Deepsky-Fotografie zumindest schon ansatzweise erahnen.

Messier 1 (Tau) - 1040x1,5sec = total 26min

NGC 2392 (Gem)
925x1,0sec = total 15min

 NGC 604 in Messier 33 (Tri)
1800x1,5sec = total 45min

IC 349 (Merope Neb.) in Messier 45 (Tau)
2200x1,0sec = total 37min
Messier 57 (Lyr)
400x1,0sec = total 7min
NGC 7662 (And)
660x0,8sec = total 9min

NGC 7027 (Cyg)
700x0,8sec = total 9min


Optional: Tragetasche


Ist ein besserer Schutz der Gitterrohre gewünscht, so kann optional eine gepolsterte Tragetasche zugebucht werden. Diese stabile Tasche bietet durch die allseitige Polsterung einen guten Schutz und ist hochwertig verarbeitet. Im Inneren befindet sich mehr als ausreichend Platz für die Gitterrohre und weitere Kleinteile oder Polsterungen.


Transport

Um das Teleskop mit dem Auto und über kurze Distanzen zu Fuß zum Beobachtungsort zu befördern, lassen sich die einzelnen Komponenten zu zwei Packstücken zusammenfassen.

Solange die Höhenräder beim Transport an der Spiegelbox belassen werden, bietet es sich an, diese Einheit in der Wiege zu transportieren. Der Hut lässt sich dabei, gepolstert durch eine Weichschaumplatte, umgedreht auf die Spiegelbox legen. Über zwei Klett-Fixierbänder wird der Hutring mit den Höhenrädern derart verzurrt, dass er sich in den Schaum drückt und so unverrückbar Autofahrten übersteht. Der Fangspiegel wird durch einen innen gepolsterten Kunststoffbehälter geschützt, Blenden und der Rigel-Quickfinder finden auf dem Schaumstoff ebenfalls Platz. So ergibt sich ein kompaktes Paket, welches sich als Ganzes tragen lässt. Auf Wunsch können weitere Gurte vorgesehen werden, mit welchen sich Wiege und Spiegelbox zueinander fixieren lassen.

Die Gitterohrpaare werden für den Transport parallel gestellt und mittels Klett-Fixierbändern zu einem Bündel zusammen gezurrt.

Ist es zum Beispiel bei Autos mit Stufenheck nicht möglich, die Spiegelbox samt angeschraubten Höhenrädern in den Kofferraum zu heben, so lassen sich die Höhenräder von der Spiegelbox entfernen. Die Spiegelbox wird in diesem Fall auf Weichschaum gebettet in der Wiege liegend transportiert. Mit Hilfe von elastischen Gurtbändern können wieder alle Teile der Mechanik zu einem handlichen Packet geschnürt werden und sind vor einem Verrutschen während der Autofahrt geschützt.


Kenndaten und Gewichte

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über Standardgrößen. Die Öffnungsverhältnisse sind unter der Annahme gewählt, dass bei visueller Beobachtung moderne Okulare und bei den größeren Geräten ein hochwertiger Komakorrektor eingesetzt werden. Andere Abmessungen, Öffnungsverhältnisse und Ausstattung sind grundsätzlich möglich, die Machbarkeit bespreche ich im Rahmen Ihrer Anfrage.

Opt. Durchmesser 460mm / ca. 18" 535mm / ca. 21" 600mm / ca. 23,5"
Öffnungsverhältnis * f/4,3 f/4 f/3,8
Hauptspiegel Nauris, t=25mm, Strehl mind. 0,9 Nauris, t=31mm, Strehl mind. 0,9 Nauris, t=34mm, Strehl mind. 0,8
Fangspiegel  Antares Antares Nauris
Obstruktion ~19% ~20% ~20%
Okularauszug  2“ Kineoptics HC-2  2“ FeatherTouch, 38mm Weg 2“ FeatherTouch, 38mm Weg 
Balanceausgleich in Form von
Zuggurtsystem / Anschraubgewichte
Bei f>4,3 / >1200g am OAZ empfohlen  ** 

Optional (z.B. für Grossfeld-Bino
und schwerem opt. Sucher) 

Optional (z.B. für Grossfeld-Bino
und schwerem opt. Sucher)
Länge der Gitterrohre ~ 1700mm ~ 1840mm ~ 1950mm
Gewicht Hut 2,4kg 2,8kg 3,2kg
Gewicht Gitterrohre 3kg 3,2kg 3,3kg
Gewicht Spiegelbox ***
12,5kg 19,3kg 29kg
Gewicht Höhenräder 3,6kg 3,7kg 3,7kg
Gewicht Wiege+Bodendreieck 4,3kg 6,3kg 9kg
Gesamtgewicht 26kg  35kg 48kg


* Bis f/3 möglich

** Bei der 460mm Baugröße sollte der Kineoptics Okularauszug außerdem durch den stabileren FeatherTouch ersetzt werden wenn schweres Zubehör geplant ist.

*** inkl. Hauptspiegel

Zur Standardausstattung gehören außerdem: Nauris-Parabolspiegel wie hier beschrieben, Hauptspiegel-Abdeckung, Rigel Quickfinder, Fangspiegelheizung, Streulichtblenden an Hut und Hauptspiegelfassung, Filterschwenker für drei 2“ Filter, Carbon-Gitterrohre - paarweise zusammengefasst, Tragegriff an der Hauptspiegelzelle, Abstrebungen Höhenräder, 18-Punkt-Spiegelzelle mit lateraler Zentrallagerung, Hauptspiegel-Justage von Oben, Carbon-Wiege mit ALT-Bremse und PTFE-Gleitlagerung, alle Schrauben und Normteile nichtrostend.


Zeichnungen und Hauptabmessungen

Größenvergleich und Einblickhöhen Hauptabmessungen Spiegelbox, Höhenräder und Wiege
 18" 21" 24"

Preise und Lieferzeiten

Baugröße 460mm / ca. 18" 535mm / ca. 21" 600mm / ca. 23,5" 710mm / ca. 28" 810mm / ca. 32"
Grundpreis 12450€ 15250€ 17950€ 22350€ Anfrage   
           
Sonderausstattung          
Abweichendes Öffnungsverhältnis Anfrage Anfrage Anfrage Anfrage Anfrage
Eloxalfarben Rot oder Gold (Standard ist Blau) 60€ 80€ 80€ 100€ 100€
Erweiterung Filterschwenker um vierten Platz 130€ 130€ 130€ 130€ 130€
2“ FeatherTouch Okularauszug anstatt HC-2 470€ - - - -
geteilte Gitterrohre  560€ 560€ 595€ 595€ 640€
Adaption optischer Sucher Anfrage Anfrage Anfrage Anfrage Anfrage
Adaption Encoder * 125€ 140€ 160€ 180€ 200€
Adaption Encoder+ServoCat * 590€ 650€ 750€ 900€ Anfrage
Adaption Encoder+anderes GoTo-System * Anfrage Anfrage Anfrage Anfrage Anfrage
           
Optionales Zubehör          
Zuggurtsystem ** 105€ 105€ 105€ 115€ 115€
500g VA-Anschraubgewicht an Rückseite Spiegelzelle *** 45€ 45€ 45€ 45€ 45€
800g VA-Anschraubgewicht an Rückseite Spiegelzelle *** - 60€ 60€ 60€ 60€
Schutzhülle 260€ 310€ 380€ 465€ 570€
Rasenbasis 105€ 125€ 155€ 190€ 230€
Tragetasche für Gitterrohre 50€ 50€ 50€ 80€ 80€
Klassische Hutblende 0€ 0€ 0€ 0€ 0€
CfK-Mast inkl. Neigevorrichtung für Nexus DSC 130€ 130€ 130€ 130€ 130€
CfK-Mast inkl. Neigevorrichtung für andere DSC Anfrage Anfrage Anfrage Anfrage Anfrage
Zusatzoption: auf halber Länge geteilter Mast +60€ +60€ +60€ +60€ +60€


* wie in den einzelnen Produktbeschreibungen erläutert handelt es sich bei den genannten Preisen um die Mehrkosten für eine entsprechend angepasste Dobson-Mechanik - die optischen Sucher/Encoder/GoTo-Systeme sind vom Kunden separat zu beziehen und nicht Teil meines Angebots. Die angebotenen optionalen Adaptionsmöglichkeiten unterscheiden sich je nach technischer Ausführung, auf Anfrage informiere ich Sie gerne über alle Details. 

** Die genannten Preise verstehen sich für ein Gurtsystem.
Werden keine Encoder oder GoTo-Systeme eingesetzt, so sind wahlweise ein oder zwei Zuggurtsysteme möglich (pro Seite jeweils ein Gurt). Bei Einsatz von Encodern lässt sich noch ein Zuggurtsystem verbauen und wird zusätzlich noch GoTo eingesetzt, so ist der Einsatz eines Gurtsystems von der technischen Ausführung des GoTo-Systems abhängig. Genaueres teile ich gerne bei Anfrage mit. Grundsätzlich gilt, dass sich die schwersten üblichen 2" Okulare auch ohne zusätzliche Maßnahmen gut in Balance halten lassen.

*** Als Alternative zum Zuggurtsystem, wenn ein Balanceausgleich bei schwerem hutseitigem Zubehör benötigt wird. Bis maximal drei dieser Gewichte lassen sich in zu diesem Zweck vorhandene Gewindebohrungen einschrauben. Das Hebelverhältnis beträgt etwa 1:3 - pro 100g Mehrgewicht am Hut sind 300g in Form von Anschraubgewicht einzuplanen. Über die Notwendigkeit informiere ich ggf. im Verlauf Ihrer Anfrage. Grundsätzlich gilt, dass sich die schwersten üblichen 2" Okulare auch ohne zusätzliche Maßnahmen gut in Balance halten lassen, sofern lediglich der Rigel Quickfinder und kein optischer Sucher am Hut angebracht ist.

Die oben aufgelisteten Preise gelten inkl. 19% MwSt, jedoch zuzüglich Verpackung und Versand. Bei verbindlicher Auftragsannahme wird eine Anzahlung in Höhe von 50% des Kaufpreises erhoben.

Da jeder Dobson nach Klärung Ihren Anforderungen auftragsbezogen gefertigt wird, sind in aller Regel keine Geräte lagernd. Bitte erfragen Sie die voraussichtliche Lieferzeit per Email oder über das Kontaktformular. 

Weitere Informationen zu Bestellung, Kauf und Lieferung können Sie meinen AGB entnehmen.